Plötzlicher Tod oder Unfall

Horrorsituation im Familienunternehmen
Der Mittelstand hat beträchtliche Defizite bei der Planung der Vorsorge und des Generationenwechsels. Auch auf einen plötzlichen Unfall oder Todesfall sind die meisten Betriebe nicht genügend vorbereitet. Die Folgen sind nach Expertenmeinung, dass jährlich rund 24 000 Betriebe nicht weitergeführt werden. Auf einem ganz anderen Blatt stehen über 35 000 Betriebe, deren Bestand durch Insolvenz endet – oft ohne wirksamen Vermögensschutz in der Altersversorgung. Rechtsanwalt Johannes Fiala beschreibt fünf Szenarien, die bei Unternehmen eintreten können und gibt wertvolle Tipps zur Verbesserung:
1. Der Unternehmer wird plötzlich zum Koma-Patienten
Für diesen tragischen Fall vorzusorgen ist nicht jedermanns Sache – eine Patientenverfügung wird oft leider erst nachträglich als äußerst wünschenswert erkannt. Nur solange der Patient „einsichtsfähig“ ist, kann er bestimmen, wie die ärzte mit seiner Situation umzugehen haben. Eine Patientenverfügung sollte mit ärzten und einem Juristen etwa jährlich aktualisiert werden. Auch Vollmachten zur Vorsorge für den Betriebs- und Privatbereich sollten ausgestellt werden. Besonderheiten gelten beim Umgang mit Banken. Die akzeptieren nicht jedes Formularmuster. Soll die Möglichkeit der Kreditaufnahme bei Bedarf gegeben sein, sind ebenfalls Formvorschriften zu beachten. Ist nichts geregelt, kann es Monate dauern, bis ein Betreuer eingesetzt wird. Bis dahin entsteht oft ein erheblicher Schaden für das Vermögen.
2. Der Unternehmer hinterlässt kein wirksames Testament
Schreibt der Unternehmer seinen letzten Willen nur mit der Schreibmaschine, kann es passieren, dass mit dem Todesfall eine Erbengemeinschaft entsteht, die über alles und jedes nur gemeinsam entscheiden kann. Bei den meisten Unternehmen tritt dann Stillstand ein, praktisch der Beginn eines Niedergangs und der Auslöser für Verluste. Auch das beliebte „Berliner Testament“, in dem sich Ehegatten gegenseitig zu Erben einsetzen, ist in fast allen Fällen steuerlich von Nachteil. Testamente unterliegen dem Formzwang: Also entweder persönlich, dann handschriftlich vom Anfang bis zur Unterschrift schreiben – oder aber vor einem Notar errichtet, dann funktionieren auch die Schreibmaschine oder ein Computerausdruck. Ein Unternehmertestament muss zu den Verhältnissen passen, also zur Satzung der Unternehmer-GmbH oder KG.
3. Der Unternehmer besitzt Auslandsvermögen
Delikat wird es, wenn Vermögen im Ausland ins Spiel kommt. Dabei geht es oft nicht nur um Steuerfragen, sondern auch darum, welches Erbrecht anwendbar ist, damit der letzte Wille wirksam wird. Hier bieten sich Lösungen und Gestaltungen über Stiftungen und Trusts an. Damit lässt sich die Abwicklung im Todesfall massiv vereinfachen – aber eben nur, wenn man vorher dran gedacht hat.
4. Der Unternehmer hat ein minderjähriges Kind
Es kommt vor, dass die Ehefrau Erbin wird, und nach dem Todesfall alles versilbert – noch bevor ein „Pfleger“ oder Vormund sich um die Kinder und deren Pflichtteil kümmert. Wenn die Erbin das Vermögen schlecht anlegt oder Verluste erwirtschaftet, geht das Kind am Ende leer aus, noch bevor es mit einem Pflichtteil abgefunden oder der Nachlass mündelsicher angelegt werden konnte. Hier kann eine Testamentsvollstreckung Sicherheit bieten. Er erledigt nach dem Tode, was der Erblasser verfügt hat. Er teilt den Nachlass auf, zahlt die Steuern und wickelt alles ab. Der Staat freut sich drüber – denn das bedeutet weniger Arbeit für die Gerichte. Im Grunde ist der Testamentsvollstrecker ein Treuhänder, den der Erblasser einsetzt, seinen Willen nach dem Tode umzusetzen.
5. Der Unternehmer hat eine zerstrittene Familie
Testamente können zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten führen – vor allem, wenn die Familie zerstritten ist. Treuhandlösungen im In- und Ausland, aber auch Testamtensvollstreckung sowie Familienstiftungen können hier Abhilfe schaffen. Es ist schwer, den richtigen Berater zu finden, besonders wenn der Steuerbevollmächtigte das in Frage kommende nachlassrechtliche Instrumentarium in seiner Ausbildung nicht kennen gelernt hat und vor allem bei Unternehmens- oder Auslandsberührung des Vermögens an seine Grenzen stößt.
Dr. Johannes Fiala Kontakt: www.fiala.de
(meistertipp Okt 2007, 8)
Mit freundlicher Genehmigung vonhttp://www.meistertipp.de />www.meistertipp.de.

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