Ausfall der Führung

Szenarien der plötzlichen Unternehmernachfolge

Nachfolgeregelungen an der Spitze von Unternehmen werden insbesondere im Mittelstand häufig gut geplant. Allerdings können Unfälle, Erkrankungen oder der Tod einen Strich durch diese Rechnungen machen. Mit dazu passenden schriftlichen Lösungen, vor allem aber mit entsprechenden Szenarien hat sich deshalb Rechtsanwalt Dr. Johannes Fiala in dem nachfolgenden Beitrag beschäftigt.

Der Autor geht davon aus, dass jährlich in Deutschland der Bestand von über 35.000 Betrieben durch – auch entsprechend ausgelöste – Insolvenzen endet; und zwar ohne wirksamen Vermögensschutz in der Altersversorgung.

 

Die konkreten Hilfen und Gründe hierfür können ganz unterschiedlicher Natur sein:

Schriftliches Zu nennen ist bei den entsprechenden Dokumenten beispielsweise eine Patientenverfügung, Vollmachten zur Vorsorge für den Betriebs- und Privatbereich gehören ebenfalls in diesen Zusammenhang. Besonderheiten gelten beim Umgang mit Banken, die nicht jedes beliebige Formularmuster akzeptieren. Soll bei Bedarf die Möglichkeit einer Kreditaufnahme gegeben sein, sind ebenfalls besondere Formvorschriften zu beachten. Diese gelten insbesondere auch für ein wirksames Testament. Ist nichts geregelt, kann es Monate dauern, bis ein sogenannter Betreuer eingesetzt wird – und bis dahin kann bereits ein erheblicher Schaden für das Vermögen entstehen. Und beim Testament kann allein die Tatsache, dass es mit der Schreibmaschine verfasst worden ist, dazu führen, dass mit dem Todesfall eine Erbengemeinschaft entsteht, die über alles und jedes nur gemeinsam entscheiden kann.

Auslandsvermögen Besonders delikat wird es, wenn Vermögen im Ausland ins Spiel kommt. Dabei geht es oft nicht nur um Steuerfragen, sondern auch vor allem darum, welches Erbrecht anwendbar ist, damit der letzte Wille wirksam werden kann. Durchaus lassen sich entsprechende Abwicklungen im Todesfall massiv vereinfachen – aber eben nur dann, wenn man vorher daran gedacht hat.

Minderjähriges Kind Es kommt vor, dass die Ehefrau Erbin wird und nach dem Todesfall alles versilbert – noch bevor sich jemand für die hinterbliebenen Kinder und deren Pflichtteil interessiert. Wenn die Erbin das Vermögen schlecht anlegt oder Verluste erwirtschaftet, geht das Kind am Ende leer aus, noch bevor ein Pflichtteil aus dem Nachlass abgefunden und mündelsicher angelegt werden konnte.

Zerstrittene Familie Testamente können zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten führen – vor allem dann, wenn sich die Familie nicht einig ist. Treuhandlösungen im In- und Ausland, aber auch Testamentsvollstreckung sowie Familienstiftungen können in solchen Situationen Abhilfe schaffen.

 

von Dr. Johannes Fiala

mit freundlicher Genehmigung von

www.stahlhandel.de (veröffentlicht in Stahlreport, Ausgabe 10/2008, Seite 19)

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