Das Image fördern und gleichzeitig Gutes tun

Gesellschafterdarlehen sofort abschreiben und in bare Münze verwandeln.
Gesellschafter einer Kapital- oder Personengesellschaft möchten naturgemäß, dass es ihrem Unternehmen gut geht, schließlich hängt regelmäßig ihre wirtschaftliche Existenz daran. Benötigt die Gesellschaft frisches Geld, etwa um neue Geschäftsfelder zu erschließen oder Projekte durchzuführen, führt der erste Gang zur Hausbank. Häufi g ist es dann aber so, dass die erforderlichen Mittel der Gesellschaft aus eigener Tasche als Darlehen zur Verfügung gestellt werden müssen, da Banken eine Finanzierung trotz Stellung geeigneter privater Sicherheiten gerade in der aktuellen Finanzmarktsituation verweigern. Eigene Reserven, die ursprünglich anders verplant waren, werden eingesetzt, da schließlich das eigene Lebenswerk nicht gefährdet werden soll oder man sich neue Geschäftschancen nicht entgehen lassen möchte. Eine bloße Hingabe von Darlehensmitteln an das eigene Unternehmen ist regelmäßig steuerlich nicht sofort absetzbar – es handelt sich zumeist um versteuertes Geld. Eine spätere Absetzung ist nur in den engen Grenzen nachträglicher Anschaff ungskos ten möglich, etwa durch Krisenbestimmung oder als Finanzplandarlehen. Dies kommt in der Praxis selten zum Tragen, insbesondere wenn vor einer Krise keine marktüblichen Konditionen und Kreditsicherheiten vereinbart wurden. Die der eigenen Gesellschaft zur Verfügung gestellten Mittel fehlen im privaten Bereich. Eine kurzfristige Entnahme der hingegebenen Darlehen aus dem Unternehmen ist häufi g nicht möglich, gerade wenn langfristige Projekte oder Investitionen damit fi nanziert werden. Entsteht jetzt privater Liquiditätsbedarf, stellt sich die Frage, wie und ob man Forderungen aus der Gesellschaft gewährten Darlehen „versilbern“ kann. Die Refi nanzierung und Ablösung der Darlehen über eine Hausbank verbietet sich häufi g. Einige Kreditinstitute haben Darlehensforderungen gegen Kunden weiterverkauft bzw. gekündigt: Eine Inkassogesellschaft zwang schon manches Unternehmen damit in die Insolvenz. Häufi g kann aber auch bereits die ursprüngliche Kreditanfrage abschlägig beantwortet worden sein, so dass die Refi nanzierung über eine Bank nicht in Frage kommt. In dieser Situation kann die Möglichkeit bestehen, sich Liquidität vom Staat in Form von Einkommensteuererstattungen zu schaff en, indem man eine derartige Darlehensforderung des Gesellschafters gegen seine Gesellschaft einer gemeinnützigen Stiftung zuwendet und stiftet. Mit dem Gesetz zur weiteren Förderung des bürgerlichen Engagements ist 2007 eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, die es Steuerpfl ichtigen erlaubt, innerhalb von zehn Jahren Beträge von insgesamt bis zu einer Million Euro steuerlich als Sonderausgaben geltend zu machen, wenn diese gemeinnützigen Stiftungen zugewendet werden. Die Beträge verdoppeln sich für Ehegatten. Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen müssen nicht in Geld erbracht werden. Auch andere Vermögensgegenstände, zum Beispiel die hier angesprochenen Forderungen, können zugewendet werden. Die Bewertung dieser Darlehensforderung erfolgt steuerlich mit dem so genannten gemeinen Wert, dem Verkehrswert. Wenn die Werthaltigkeit der Forderung gegeben ist, steht einem Sonderausgabenabzug beim Zuwendenden in entsprechender Höhe nichts entgegen. Sollte die Bonität des darlehenserhaltenden Unternehmens nicht zweifelsfrei ausreichen, um diese Werthaltigkeit abzusichern, besteht die Möglichkeit, als Gesellschafter-Geschäftsführer ergänzend private Sicherheiten zu stellen. Eine Verzinsung der zugewendeten Darlehensforderung sollte drittüblich vorgenommen werden. Sie muss diesen Rahmen aber auch nicht überspannen. Zinsen sollten zudem laufend bezahlt werden. Gemeinnützige Stiftungen müssen ihre Satzungszwecke zeitnah erfüllen. Hierfür sind regelmäßig entsprechende Erträge, hier in Form der Zinszahlungen, nötig. üblicherweise verfügt man als Gesellschafter-Geschäftsführer seines eigenen Unternehmens über ein ansehnliches laufendes Einkommen/ Gehalt mit entsprechender Einkommensteuerbelastung. Ab einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 52.152 Euro beträgt die Einkommensteuerbelas-tung 42 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, insgesamt 44,31 Prozent. Bei Kirchenmitgliedschaft erhöht sich dieser Steuersatz weiter. Spitzenverdiener zahlen ab einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro sogar insgesamt 47,47 Prozent Einkommensteuer, ohne Kirchensteuer. Hat man der Gesellschaft beispielsweise ein Darlehen von einer Million Euro gewährt und stiftet diese Darlehensforderung, führt der Sonderausgabenabzug, bei entsprechendem Einkommen, zu einer Einkommensteuerentlastung und einem Liquiditätszufl uss von bis zu 474.700 Euro, ohne Berücksichtigung von Kirchensteuerersparnissen. Der steuerliche Sonderausgabenabzug kann zudem über zehn Jahre ab Zuwendung frei verteilt werden, um möglichst optimal einkommensteuerlich hoch belastete Einkommensteile zu reduzieren. Dieses Vorgehen erlaubt den zumindest teilweisen Rückfl uss des Darlehensgegenwertes in den Privatbereich, ohne die betrieblichen Belange und Liquiditätsnotwendigkeiten zu berühren. Entscheidend ist dabei wirtschaftlich betrachtet, dass das Vermögen aus dem Steuerrückfl uss auch sofort angelegt werden kann. Vorteilhaft ist zudem, dass die Gesellschaft ihren Gläubiger, die Stiftung, weiterhin kennt. Anders als bei Banken ist mit einem Weiterverkauf der Darlehensforderungen, etwa an die berühmten Heuschrecken oder Zweckgesellschaften, nicht zu rechnen. Die Darlehenslaufzeit kann den betrieblichen Erfordernissen entsprechend langfristig gestaltet werden, was der Gesellschaft Planungssicherheit gibt. Die Einhaltung der goldenen Refi nanzierungsregel kann sichergestellt werden, ohne Anschlussfi nanzierungsrisiko: Schließlich gibt es weder das Risiko willkürlicher Darlehenskündigung noch die Gefahr überraschender Nachbesicherungsforderungen von Seiten einer Bank. Eine langfristige Darlehensbelassung im Betrieb beeinfl usst den Wert des Unternehmens positiv. Dieser Wertzuwachs steht dann dem Gesellschafter des Unternehmens zu. Schließlich bietet die Errichtung einer eigenen gemeinnützigen Stiftung die Möglichkeit, diese für das eigene Unternehmen imagefördernd und damit letztendlich auch werterhöhend einzusetzen und gleichzeitig Gutes zu tun.
Rechtsanwalt Dr. Johannes Fiala Kanzlei Uwe Dörnbrack
(CampingImpuls.de 01.2009, 34-35)
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