Es ist Zeit zum Nachdenken

Die Stimmung auf der gerade zu Ende gegangenen Eltec war gut und optimistisch.

Handwerk und Industrie klagen nicht, im Gegenteil. Der Krug scheint noch mal am Elektrohandwerk vorbei gegangen zu sein. Die derzeitige Auftragslage im Elektrohandwerk ist gut. Und durch das Konjunkturprogramm des Bundes können die Elektrohandwerker auch über 2009 hinaus ihren Optimismus bewahren“, sagt Betriebsberater Ulrich C. Heckner.

Im Moment verlässt sich alle Welt auf die Politik, die die Krise schon irgendwie meistern wird. Eigentlich bleibt uns auch nichts anders übrig, als zu hoffen und weiter zu machen wie bisher. Viel kann man ja nicht ändern. Oder doch? Spätestens jetzt ist es an der Zeit, sich Gedanken zu machen, ob man bei der richtigen Bank ist – bei einer, die in der Vergangenheit den Risiken der Finanzmärkte aus dem Weg gegangen ist, sagt Heckner.

Richtig in unser Bewusstsein kam die Finanzkrise ja erst dadurch, dass die Bundesregierung im Herbst vergangenen Jahres eine Garantieerklärung abgegeben hat, private Spareinlagen unbegrenzt abzusichern. Waren die das denn bislang durch die zwei Sicherungssysteme nicht ohnehin schon? Also durch die gesetzliche Einlagensicherung (EdW) gemäß Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) einerseits und die freiwilligen Sicherungsfonds der Privatbanken andererseits?

Dr. Johannes Fiala, Münchner Rechtsanwalt und Bankkaufmann sagt, dass Sicherungseinrichtungen ein Hinweis auf Unsicherheit sind. Auch Finanztest schreibt in Ausgabe 1/2009, dass es 100%-ige Sicherheit in Geldfragen ebenso wenig gibt wie in anderen Dingen des Lebens. Die Frage muss erlaubt sein, ob die freiwilligen Sicherungsfonds wirklich so sicher sind wie man uns Glauben machen will.

Unter Umständen kann es mehrere Jahre dauern, bis man sein Geld aus diesem Topf wiedersieht, mal abgesehen von dem ganzen Ärger, gibt Dr. Fiala zu bedenken.

Was viele Experten nachdenklich stimmt, ist, dass diese Zusage der Bundesregierung immer noch nicht per Gesetz geregelt wurde. Die Politik wird eine große Bank wohl nicht pleite gehen lassen , beruhigt Dr. Fiala. Dennoch halte ich Misswirtschaft und Skandale für einen Grund, die Bank zu wechseln. Kunde sei wachsam. Vor allem sollte man niemals alles auf ein Pferd setzen, sagt Dr. Fiala.

Nicht nur er findet, dass man als mittelständischer Betrieb bei einer Genossenschaftsbank oder einer nicht in Schieflage geratenen Sparkasse am besten aufgehoben ist. Das sagt mir auch mein Gefühl und wird mir auch von anderer Seite bestätigt. Ob eine Genossenschaftsbank seriös arbeitet, erkennt man u.a. an der versprochenen Rendite für die Einlage, so Dr. Fiala. 20% deuten auf unseriöses Geschäftsgebaren hin. Alles, was sich um 5% herum bewegt, ist okay.Übrigens, inwieweit sich die Kreditklemme der Banken auf die Kreditvergabe auswirkt, ist ein anderes Thema. Mich würde interessieren, ob Ihr Betrieb nach wie vor Kredit erhält oder gar der Kreditrahmen gekürzt wurde. Mailen Sie mir, gern auch anonym.

von Christiane Decker

(Der Elektro- und Gebäudetechniker 04.2009, 3)
Mit freundlicher Genehmigung von www.de-online.info.

Über den Autor

Dr. Johannes Fiala Dr. Johannes Fiala

Dr. Johannes Fiala ist seit mehr als 25 Jahren als Jurist und Rechts­anwalt mit eigener Kanzlei in München tätig. Er beschäftigt sich unter anderem intensiv mit den Themen Immobilien­wirtschaft, Finanz­recht sowie Steuer- und Versicherungs­recht. Die zahl­reichen Stationen seines beruf­lichen Werde­gangs ermöglichen es ihm, für seine Mandanten ganz­heitlich beratend und im Streit­fall juristisch tätig zu werden.
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