Vermittlerrecht praktisch – Welche Konsequenzen ergeben sich aus der kommenden Finanzvermittler-Verordnung für die VSH-Absicherung von Vermittlern?

An dieser Stelle beantwortet Rechtsanwalt Dr.Johannes Fiala, https://www.fiala.de, Ihre Fragen.
Fragen können Sie stellen über eine E-Mail anott@dhbw-heidenheim.de.

In § 9 Absatz 2 der kommenden FinVermV wird auf § 9 Absatz 2 bis 5 der Versicherungsvermittlungsverordnung verwiesen. Dies bedeutet für die Höhe der Versicherungsdeckung derzeit folgendes:

"Die Mindestversicherungssumme beträgt 1.130.000 Euro für jeden Versicherungsfall und 1.700.000 Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres". Für den "Allfinanzvermittler" entstehen nach Schätzung des Gesetzgebers für eine derartige Deckung Kosten in Höhe von 800 bis 1.200 Euro.
Das größte Problem dabei ist, dass dies (ähnlich wie bei Versicherungsvermittlern oder etwa Steuerberatern) keinen Schutz des Verbrauchers vor kriminellem Verhalten oder grobem Verstoß gegen Berufspflichten (so genannten wissentlichen Pflichtverstößen) bedeutet, denn in  derartigen Konstellationen bietet die Pflichtversicherung keinerlei Versicherungsdeckung. Die FinVermV wird neben dem zugehörigen Gesetz "zur Graumarktregulierung" (Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrechts) zu einem weiteren  ausdünnen der "freien" Vermittlerschaft führen, mithin zu einer weitergehenden Marktkonzentration.

Wer als Finanzvermittler besser versichert sein möchte, also einige Deckungslücken vermeiden möchte, wird
sich um ergänzenden Versicherungsschutz bemühen müssen. Daneben ist damit zu rechnen, dass Kunden – im Wissen um die VSH-Deckung – vermehrt versuchen werden, bei Fehlberatungen den Finanzvermittler zu verklagen.

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Über den Autor

Dr. Johannes Fiala Dr. Johannes Fiala

Dr. Johannes Fiala ist seit mehr als 25 Jahren als Jurist und Rechts­anwalt mit eigener Kanzlei in München tätig. Er beschäftigt sich unter anderem intensiv mit den Themen Immobilien­wirtschaft, Finanz­recht sowie Steuer- und Versicherungs­recht. Die zahl­reichen Stationen seines beruf­lichen Werde­gangs ermöglichen es ihm, für seine Mandanten ganz­heitlich beratend und im Streit­fall juristisch tätig zu werden.
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